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Die Aussage das durch die neuen BoA-Kraftwerke der CO2-Ausstoss reduziert
wird ist irreführend. Sie bezieht sich allein auf die spezifischen Emissionen
pro erzeugter Kilowattstunde Strom, nicht aber auf den tatsächlichen Ausstoß
an Treibhausgasen.
Bei der Verstromung einer Tonne Kohle wird - unabhängig von der Kraftwerkstechnik - eine
Tonne Kohlendioxid freigesetzt, auch in den "hochmodernen" BoA-Kraftwerken.
Wären die Klimaschutz-Bekenntnisse der RWE-Energie AG ernst
gemeint, so hätte die verfeuerte Menge Kohle reduziert werden müssen, tatsächlich ist
sie aber gestiegen.
Derzeit werden in den NRW-Braunkohlekraftwerken jährlich knapp 90 Millionen Tonnen
des Treibhausgases Kohlendioxid ausgestoßen. Das sind ein Drittel aller energiebedingten
CO2-Emissionen Westdeutschlands.
Allein der neue 1.000 MW-BoA-Block in Niederaußem emittiert pro Stunde über
800 Tonnen Kohlendioxid.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass ausgerechnet das (modernste) Kraftwerk Niederaußem
Platz 1 unter den deutschen CO2-Verursachern und unter allen europäichen Kraftwerken Platz 3 belegt.
Es erhält bis 2007 mit 28,7 Millionen Tonnen CO2 jährlich die meisten Emissionsrechte.

Die Emissionszertifikate hat RWE von der Bundesregierung kostenlos zugeteilt bekommen.
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde von Vattenfall belegt mit Zertifikaten für 25,8 Millionen Tonnen CO2
Platz zwei in Deutschland bzw. Platz 4 in Europa. Es folgen die RWE Kraftwerke Frimmersdorf und Weisweiler.
Würde RWE in seinen Kraftwerken weniger Kohle verbrennen als bisher, könnte
der Konzern durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten an der Emissionsbörse sogar Geld verdienen.
Vorraussetzung hierfür wäre allerdings die Stillegung alter Kraftwerksanlagen.
Stattdessen zieht RWE es jedoch vor die alten Kraftwerke weiter zu betreiben.
Der Hintergrund: Nach konsequenten Optimierungsmaßnahmen (Retrofit), einhergehend mit einem
aggressiven Personalabbau, lassen sich mit den Altanlagen satte Gewinne erzielen - weit mehr
als mit dem Verkauf der CO2-Zertifikate.
Absatzprobleme braucht RWE nicht zu fürchten, denn über die zum Konzern gehörende RWE-Energy
wird ganz Kontinentaleuropa mit Strom beliefert.
RWE Energy ist die Vertriebs- und Netzgesellschaft, sie bietet in insgesamt zwölf Regionen,
davon sechs im Ausland, Strom Gas und Wasser an. Der Absatz belief sich z.B. im Jahr 2004 auf
156,4 Milliarden kWh Strom.
Mit dem Emissionshandelssystem will Deutschland seine im Zuge des Kyoto-Protokolls
zugesagten Klimaschutzverpflichtungen erfüllen. Das kann aber nur funktionieren,
wenn mit jeder ans Netz gegangenen BoA-Anlage sofort - und nicht erst nach Jahren - Altkraftwerke
mit entsprechender Verbrennungskapazität stillgelegt werden.
Bisher hat RWE jedoch keine verbindlichen Terminzusagen für die Außerbetriebnahme
seiner Altkraftwerke gegeben. Auf Drängen des Regionalrats Köln hat der Konzern
lediglich eine Absichtserklärung abgegeben. Danach darf frühestens nach der gesicherten
Inbetriebnahme und einem mehrjährigen Probebetrieb der BoA-Blöcke 2+3 in Neurath,
mit Stillegungen gerechnet werden. "Sofern die Versorgungssituation das zuläßt" - so
die Aussage von RWE-Power, könnten dann Uralt-Blöcke im Kraftwerk Frimmersdorf
Außerbetrieb genommen werden.
Diagramm CO2-Emission der verschiedenen Stromgewinnungsarten
 Quelle: BUND
Den nachstehenden Links können weitere Informationen zur Thematik entnommen werden.
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