Die gesundheitlichen Folgen der von RWE geplanten bzw. bereits begonnenen, maßlosen Kraftwerkserweiterung
an den Standorten Niederaußem und Neurath, sind zur Zeit noch gar nicht absehbar. Berücksichtigt man dabei,
dass in den nächsten Jahren, weder in Neurath, noch in Niederaußem Stillegungen von alten
Kraftwerksblöcken geplant sind, muß für die umliegenden Ortschaften mit einer zusätzlichen
- erheblich höheren - Schadstoffbelastung gerechnet werden als bisher.
Erste Stillegungen alter Kraftwerksblöcke werden allenfals in Frimmersdorf
und in Weißweiler zu erwarten sein. Auch die kurze Distanz auf die die Kraftwerke
Niederaußem und Neurath aneinander heran wachsen
(Luftlinie ca. 1,6km, fast schon wie ein Standort),
wird eindeutig zu einer Schadstoffverdichtung führen.
Die Immissionsbelastung wird zwar in Gegenüberstellung der anerkannten Wirkungs-
und Risikoschwellenwerte (Nr. 2.2.1.3 der TA-Luft) als geringfügig beurteilt,
aber dennoch:
Bei der Verbrennung der Braunkohle verlassen gesundheitsgefährdende Schadstoffe
die Schornsteine bzw. werden bei den neueren Kraftwerken über die Kühltürme
mit abgeführt, diese sind:
Bild/Grafik für weitere Infos anklicken - Fleyer/Broschüre wird geöffnet.
Bei der Mischung der Verbrennungsabgase mit dem Dampf entsteht ein aggressives, saures
Gemisch, das die Oberfläche des Kühlturms angreift und den Beton zersetzt.
Zum Schutz des
Betons hat man deshalb bisher Kunststoffbeschichtungen aufgebracht,
die jedoch sehr teuer
und außerdem nur begrenzt haltbar sind. Für die neue Kühlturm-
generation der BoA-Kraftwerke wird ein
neuartiger, hochsäurefester
Beton eingesetzt,
der den Belastungen durch Dämpfe und Säuren auch ohne
Kunststoffbeschichtung standhält.
Nicht nur ängstlichen Charakteren drängen sich da Fragen auf wie:
Wieviel dieses Säuregemischs verläßt mit der Dampfwolke den Kühlturm?
Wieviel davon regnet auf unsere Dörfer herab?
Ist der Mensch ähnlich säureresistent wie der Spezialbeton?
Das PRTR-Register des
Bundesumweltamtes
Hier können ab Juni 2009 die Schadstoffemissionen deutscher Industriebetriebe eingesehen werden.
Suche im Schadstoffregister zu mühsam? Hier gibt's die Auszüge im PDF-Format:
Schadstoffemissionen RWE Braunkohlekraftwerk Niederaußem 2007 (120KB)
Schadstoffemissionen RWE Braunkohlekraftwerk Neurath 2007 (115KB)
Schadstoffemissionen RWE Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf 2007 (114KB)
Schadstoffemissionen RWE Braunkohlekraftwerk Weisweiler 2007 (114KB)
Die Zahlen sind beeindruckend - und erschreckend. Feinstaub, hochgiftige Verbindungen und Bestandteile, Quecksilber
und Arsen, etc. in großen Mengen. Dabei sind längst nicht alle Schadstoffe angegeben. Im Register sind nur diejenigen
Schadstoffmengen enthalten, die über einem festgelegten Emissionsschwellenwert liegen. Leider stehen die Daten derzeit
nur für 2007 zur Verfügung.
Obwohl die Abgase überwiegend mit modernen Abscheidern vom Staub gereinigt werden,
bedingen die extrem hohen Durchsätze in den hiesigen Kraftwerken
(RWE-Power verstromt hier immerhin ca. 90 Mio.t. Braunkohle im Jahr),
immer noch einen Staubauswurf in erheblichen Mengen. Dabei handelt es sich nahezu
ausschließlich um Staub der Fraktion PM10, also Feinstaub-Partikel mit hohem
Reizpotential für das Atemwegsgewebe die bis in die Lunge vordringen.
Dazu kommen noch beträchtliche Staubemissionen aus den Kohlebunkern sowie
dem Transport und dem Umschlagen von Kohle und Asche.
Zur Verhinderung der Schadstoff-
konzentration am Standort,
versucht man die Verbrennungs-
abgase mittels immens hoher
Schornsteine bzw. Kühltürme
(bis zu 200m) möglichst weit-
flächig über die Region zu
verteilen. Das gelingt allerdings
bei "ungünstigen" Wetterverhält-
nissen (Inversionswetterlagen)
nur unzureichend.
Die einzuhaltenden Schadstoff-
Obergrenzen werden zwar durch
das BImSchG
(Bundes-Imissionsschutz-Gesetz)
festgeschrieben, dass Gesetz
läßt aber durchaus auch Überschreitungen
in Form von Ausnahmeregelungen zu.
Nachstehend eine Graphik des Institut für Energiewirtschaft und
rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart.
Dargestellt ist das Sterblichkeitsrisiko, angegeben als Zahl der
verlorenen Lebensjahre je TWh, für verschiedene Stromerzeugungsarten.
Aus dem Diagramm wird deutlich, dass die Gesundheitsrisiken der
Stromgewinnung aus Braunkohle, wesentlich höher sind als von RWE-Power
zugegeben wird.

Diagramm zum Vergößern anklicken
Zu den Gesundheitsrisiken der Braunkohleverstromung finden Sie hier
zwei aufschlußreiche Publikationen in Form von pdf-Dateien. Es sind
ausschließlich Veröffentlichungen anerkannter und unabhängiger Institute.
SRU Umweltgutachten 2004 (Dateigrösse 657KB)
Strahlenschutzkommission 2004 (Dateigrösse 70KB)
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