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Durch Braunkohleabbau und Braunkohleverstromung wird das Erscheinungsbild der
Region schon seit Jahrzehnten negativ beeinflusst.
Tagebaulöcher, Grundwasserabsenkung, Abraumkippen und die Braunkohlekraftwerke am Ortsrand
von Niederaußem, in Neurath und in Frimmersdorf waren zu keiner Zeit förderlich für den
Wohnwert in den umliegenden Ortschaften. Dennoch fanden sie, und die davon ausgehenden
Belastungen für Mensch und Umwelt, in der Bevölkerung eine gewisse Akzeptanz.
Die alten Kraftwerke sind zwar über die Jahrzehnte gewachsen, haben aber in ihren Abmessungen
nie das Maß des Erträglichen überschritten.
Der Bau des neuen BoA-Kraftwerks in Niederaußem hat jedoch vollkommen neue Maßstäbe gesetzt.
Allein die riesigen Abmessungen werden von vielen Menschen schon als beängstigend und
bedrohlich empfunden.
Der größte Kühlturm der Welt (Höhe 200m, Durchmesser an der Basis 152,50m),
in dem man leicht den Kölner Dom verstecken könnte, sowie das gewaltige Kesselhaus (Höhe 170m),
fügen sich nicht eben harmonisch in die übliche 1-2 geschossige Wohnbebauung ein.
Dampfschwaden gemischt mit
aggressiven Verbrennungs-
abgasen die kilometerweit
über Land ziehen, schrecken
potentielle Immobilien-
interessenten schon von
weitem ab. Das spiegelt sich
eindringlich in den gefallenen
Immobilienpreisen wieder.
Weder von RWE-Power noch
von den Kommunen wurde die
Bevölkerung über das Ausmaß
des Kraftwerkserneuerungs-
programms (bis zu 10 BoA-
Blöcke) informiert oder darauf
vorbereitet.
Auch das z.B. in Niederaußen keine alten Kraftwerksblöcke rückgebaut, sondern parallel zu den
neuen BoA-Anlagen weiter betrieben werden, behielt der Stromkonzern lange Zeit für sich.
Bereits nach der Errichtung des ersten BoA-Blocks mußten:
- Die Bewertungen von Grundstücken und Häuser die, in Unwissenheit dessen was RWE-Power
in Niederaußem und auch Neurath geplant hat erworben wurden, nun erheblich nach unten
korrigiert werden.
- Der erhoffte Wertzuwachs bei älteren, mit hohem finanziellen Aufwand modernisierten
Häusern, in Frage gestellt werden.
- Grund- und Hausfinanzierungen / Hypotheken bei Banken und Sparkassen entsprechend
der niedrigeren Sicherheitsbewertung angepasst werden.
- Mietpreise unter den Satz der Richtwerte im Rhein-Erftkreis gesenkt werden.
- Bürgschaften mit Immobilien als Sicherheit aufgrund geminderter Wertexpertisen
revidiert werden.
- Altersvorsorgepläne mit Einbeziehung von Wohneigentum niedriger bewertet werden.
- Bei Immobilienverkäufen Preisverluste von bis zu 40% hingenommen werden.
Haus- und Grundeigentümern ist bereits jetzt ein erheblicher Schaden entstanden.
Die Situation wird sich noch drastisch verschlimmern, wenn RWE-Power an seiner Planung
festhält 8 bzw. 10 BoA-Anlagen in Niederaußem und Neurath zentralisiert zu errichten.
Besonders stark betroffen ist, wer aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen gezwungen
wird seine Immobilie zu veräußern. So werden z. B. die Kosten eines Pflegeheimplatzes nur
zu einem geringen Teil durch die Pflegeversicherung getragen. Oft bleibt zur Kostendeckung
nur der Hausverkauf und dann kommt es auf jeden Euro an.
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