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Hier finden Sie einige Pressestimmen zum RWE-Konzern, zum BoA-Kraftwerk und zu unserer
Bürgerinitiative Big BEN. Wir haben zusammengetragen was an Veröffentlichungen zu finden war.
Auffallend ist dabei, dass das Unternehmen RWE nicht nur Strom produziert sondern auch gern
negative Schlagzeilen.
13.12.2010
Rot-grüner Kohlekompromiss in NRW für Kraftwerks-Schwarzbau - Die TAZ
09.12.2010
RWE will in Niederaußem neues Groß-Kraftwerk bauen - Rheinische Post
09.12.2010
RWE plant neues Kohlekraftwerk in Niederaussem - DIE ZEIT
09.12.2010
RWE will mit Kohlekraftwerk politisches Zeichen setzen - Handelsblatt
08.12.2010
RWE will in Niederaussem seinen Kraftwerkspark erweitern - DER WESTEN
08.12.2010
RWE will neues Braunkohlekraftwerk in NRW bauen - REUTERS, Deutschland
03.12.2010
Das doppelte Spiel der Stromversorger - DER STERN
29.10.2010
Deutschlands uralte Kraftwerke - Kölner Stadt-Anzeiger
28.10.2010
Kohlekraftwerke - Deutschlands uralte Klimasünder - Frankfurter Rundschau
20.10.2010
Strom-Oligopol scheffelt Geld - Frankfurter Rundschau
20.10.2010
Milliardengewinne für Energiekonzerne - Süddeutsche Zeitung
28.09.2010
Strompreis - Die Energiepreislüge - FTD / Financial Times Deutschland
12.09.2010
Braunkohletagebau - Das Gegenteil von Landschaft - FAZ / Frankfurter Allgemeine
08.09.2010
CO2 Speicherung unrentabel - Zweifel am Kohlestrom - Der Tagesspiegel
16.08.2010
Der verkaufte Staat - Kniefall vor der Atomlobby - Frankfurter Rundschau
03.08.2010
Der Abzocker von Rhein und Ruhr - Süddeutsche Zeitung
13.07.2010
Der grosse Bluff- falsche Versprechen der Atompolitik - ZDF / Frontal21
22.06.2010
NRW braucht Neuanfang in der Energiepolitik - Klima-Allianz, Pressedienst
27.04.2010
Verdi: "Dumpinglöhne" bei RWE - Kölner Stadt-Anzeiger
26.04.2010
Oettinger glaubt nicht an CO2-freie Kohlekraft - REUTERS Presseargentur
20.04.2010
Die Zeit macht CCS irrelevant - TELEPOLIS-Heise Online
11.04.2010
Betriebsrat hofft auf neues Kraftwerk in Frimmersdorf - Neuß-Grevenbroicher
27.03.2010
Böschungsrutsch in Inden: Scharfe Rüge für RWE - Aachener Zeitung
25.03.2010
RWE Vorruheständler: Weniger Rente als gedacht - Kölner Stadt-Anzeiger
25.03.2010
Erdrutsch im Tagebau: Keine Gefahr für Schophoven? - Aachener Zeitung
23.03.2010
Erdrutsch wirft Fragen auf - Kölnische Rundschau
18.03.2010
Forderung nach Betriebsstopp am Tagebau Inden - Aachener Zeitung
18.03.2010
Tagebau: Schwerste Hangrutschung seit 25 Jahren - Aachener Zeitung
18.03.2010
Großer Erdrutsch im Tagebau Inden - WDR
17.03.2010
Nächtlicher Kantenbruch im Tagebau - Aachener Zeitung
16.03.2010
Eon muss Bau von Kohlekraftwerk stoppen - diverse Veröffentlichungen
26.01.2010
Neue Kraftwerke statt Klimaschutz - ZDF Frontal21
23.01.2010
Aus für Atomausstieg - Der SPIEGEL
22.01.2010
Radioaktivität freigesetzt - Störfall wird Normalfall - Die TAZ
21.01.2010
Neue Waggons für die Kohle - Kölner Stadt-Anzeiger
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Deutschlands uralte Kraftwerke
Kölner Stadt-Anzeiger, gedruckte Ausgabe
29.10.2010
Geringer Wirkungsgrad, hoher CO2-Ausstoß - Kommunen fordern Abschalten
FRANKFURT - Nahezu die Hälfte des deutschen Kohlekraftwerkparks ist veraltet und dadurch besonders umweltschädlich.
Laut einer für den "Kölner Stadt-Anzeiger" erstellten Liste des Öko-Instituts sind 76 fossile Kraftwerksblöcke in
Betrieb, deren Technik seit Jahrzehnten veraltet ist und die weit höhere Mengen Kohlendioxid produzieren als moderne
Anlagen.
Die Kraftwerke auf der Liste wandeln weniger als 39 Prozent der in den fossilen Rohstoffen enthaltenen Energie in
elektrischen Strom um. Üblich sind bei modernen Anlagen rund 45 Prozent Wirkungsgrad. Der Großteil der alten Anlagen
ist in den 60er und 70er Jahren entstanden und im Besitz der vier großen Energiekonzerne Eon, RWE, Vattenfall und EnBW.
Mehr als die Hälfte der Anlagen werden mit Braunkohle befeuert, 30 Anlagen verwenden Steinkohle, weitere fünf Gas
oder Öl.
Teure Ressourcen
Die vom Öko-Institut erfassten Anlagen verfügen über eine Erzeugungskapazität von knapp 21 Gigawatt, mehr als 20
Gigawatt entfallen auf Kohlekraftwerke. Insgesamt verfügen die deutschen Kohlekraftwerke über eine Kapazität von rund
50 Gigawatt. Damit ist ein großer Teil der Kohlekraftwerke, die annähernd die Hälfte des deutschen Stroms liefern,
veraltet und verschwendet wertvolle und teure Ressourcen.
Dabei ist effizientere Technik schon seit Jahrzehnten verfügbar. Bereits Mitte der 80er Jahre wurden Bestwerte von
43 Prozent Wirkungsgrad erzielt. Aufgrund der alten Kraftwerke liegt der durchschnittliche Wirkungsgrad hierzulande
aber auch 20 Jahre später nur bei 38 Prozent. Deutschland belegt nach Zahlen der EU einen der hinteren Plätze in
Europa bei der Steigerung der Wirkungsgrade in den vergangenen zwei Jahrzehnten, findet sich aber insgesamt immerhin
noch im europäischen Mittelfeld.
Warum bleiben viele alte Anlagen weiter in Betrieb, obwohl sie bis zu 30 Prozent mehr Brennstoff verbrauchen und damit
den Betreibern hohe Kosten verursachen?
Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sagt: "Die ineffizienten
Kohlekraftwerke werden weiterbetrieben, weil die Investitionskosten bereits abgeschrieben sind, die Anlagen sind also
sozusagen schon abbezahlt. Deshalb ist der Weiterbetrieb trotz hohen Brennstoffverbrauchs und steigender Kosten für
Kohlendioxid-Verschmutzungsrechte für die Energiekonzerne wirtschaftlich attraktiv." Sie fordert Konsequenzen: "Wir
müssen weg von den alten Kohlekraftwerken, und zwar so schnell wie möglich." Sie schadeten der deutschen Klimabilanz
massiv und stünden Investitionen in neue Kraftwerke hemmend entgegen.
Ersatz durch Gasturbinen
Auch die kommunalen Versorger setzen sich vehement für die Abschaltung der Anlagen ein. "Alte und ineffiziente
Kraftwerke mit weniger als 39 Prozent Wirkungsgrad sollten in den nächsten Jahren sukzessive aus dem Markt genommen
und durch moderne, flexible Anlagen ersetzt werden", sagt Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer im Verband kommunaler
Unternehmen (VKU). Mit der Stilllegung dieser Anlagen werde das Klima geschont. "Und zugleich wird der Wettbewerb
belebt, da diese alten Kraftwerke fast ausschließlich den großen vier Energiekonzernen gehören."
Reck erwartet, dass die alten Kohlekraftwerke durchweg durch moderne Gasturbinen ersetzt würden."Das stimmt gerade
auch für die Stadtwerke", sagte er. Gaskraftwerke seien flexibel und könnten die zunehmende, aber fluktuierende
Erzeugung durch erneuerbare Energien besser ausgleichen. Diese Ansicht teilt Claudia Kemfert. Die ideale
Brückentechnologie seien nicht Kohlekraftwerke, sondern hocheffiziente Gaskraftwerke.
Und auch beim Umweltverband BUND heißt es: "Wir wollen den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle: Das heißt Stilllegung
veralteter Anlagen und kein Bau von neuen Kohlekraftwerken. Die beste Übergangslösung sind Gaskraftwerke."
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Milliardengewinne für Energiekonzerne
Süddeutsche Zeitung, Online Ausgabe
20.10.2010
Der Zähler läuft, die Großen kassieren
Den Stromkonzernen geht es trotz Krise blendend: 23 Milliarden Euro Profit sollen es allein in 2009 gewesen sein.
Seit 2002 haben sich die Gewinne von Eon, RWE und EnBW versiebenfacht. Energie-Experten klagen: "Der Wettbewerb ist
eine Farce."
Krise? Nicht in der deutschen Stromwirtschaft - da werden Rekordgewinne eingefahren. Die Frankfurter Rundschau
berichtet, die drei Konzerne Eon, RWE und EnBW hätten allein 2009 zusammen 23 Milliarden Euro Profit eingefahren.
Die Zeitung beruft sich dabei auf eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlands im Auftrag
der Grünen, die dem Blatt vorab vorliegt.
Seit 2002 hätten die Energieriesen mehr als 100 Milliarden Euro Gewinn erzielt. In diesem Zeitraum hätten sich die
Erträge versiebenfacht. 2010 hätten die Unternehmen im ersten Halbjahr 15 Milliarden Euro Gewinn erzielt, schrieb
das Blatt. RWE, das die Gewinne der Stromerzeugung getrennt benennt, erreiche eine Rendite auf das eingesetzte
Kapital von 26,6 Prozent. Zusätzlich könnten die drei Energiekonzerne durch die Laufzeitverlängerungen für
Kernkraftwerke mit Einnahmen von 70 Milliarden Euro rechnen.
Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin und seine Stellvertreterin Bärbel Höhn sagten, die "astronomischen
Kapitalrenditen" könnten nur mit mangelndem Wettbewerb erklärt werden. Die Gewinne durch die Laufzeitverlängerung
für Kernkraftwerke sei ein in der deutschen Wirtschaftsgeschichte einmaliges Geschenk.
Der Chef der Monopolkommission, Justus Haucap, sagte der Frankfurter Rundschau: "Die enormen Gewinne überraschen nicht.
Es gibt keinen funktionsfähigen Wettbewerb bei der Energieerzeugung in Deutschland, das wurde durch die
Laufzeitverlängerung für die Kernkraft noch einmal verfestigt."
Der Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, sagte: "Der Wettbewerb auf dem
deutschen Stromerzeugungsmarkt ist eine Farce." Die Energieriesen verfügten über mehr Marktmacht als vor der
Liberalisierung vor gut zehn Jahren. "Das ist vor allem auf Versagen der Politik zurückzuführen, die nicht ausreichend
für Wettbewerb gesorgt hat", sagte Krawinkel der Zeitung.
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NRW braucht Neuanfang in der Energiepolitik
Klima-Allianz, Pressedienst
22.06.2010
Kirchen, Entwicklungsorganisationen und Umweltverbände fordern den Stopp neuer Kohlekraftwerke / Klimaschutzgesetz
für NRW bringt Ausweg aus der energiepolitischen Sackgasse von Schwarz-Gelb
DÜSSELDORF - Einen Neuanfang in der Energie- und Klimapolitik Nordrhein-Westfalens fordert anlässlich des heutigen
Beginns der Koalitionsverhandlungen zwischen SPD und Grünen die Klima-Allianz, ein breites Bündnis von über 100
Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen.
"NRW hat unter allen Bundesländern beim Klimaschutz die Rote Laterne übernommen. Bis zum Schluss hat die alte
Regierung versucht, das Urteil gegen das E.ON Kohlekraftwerk in Datteln auszuhebeln, und neue klimaschädliche
Kohlekraftwerke auf den Weg zu bringen:, so Klaus Breyer, Umweltbeauftragter der evangelischen Kirche Westfalen und
Mitglied der Klima-Allianz NRW "Die Zeit ist reif für eine Energiewende. Das ist nicht nur gut für das Klima sondern
auch für Arbeitsplätze und eine zukunftsorientierte Strukturentwicklung in unserem Land".
"Dazu gehört ein wirksames und verbindliches Klimaschutzgesetz, die sofortige Aussetzung des von Schwarz- Gelb
initiierten Änderungsverfahrens für den Landesentwicklungsplans im Bereich Energie und der Kohlekraftwerke in NRW,
sagt Paul Kröfges, Landesvorsitzender des BUND NRW: "Ob Rot-Grün wirklich zu einem Politikwechsel in der
Energiepolitik bereit ist, wird sich daran zeigen, ob sich diese Forderungen in einem Koalitionsvertrag
wiederfinden werden.
In den letzten Wochen hatten bereits über 30.000 Menschen die von einem breiten Bündnis getragene Forderungen nach
einem Klimaschutzgesetz und dem Stopp neuer Kohlekraftwerke unterschrieben. Die Kampagne für ein
Landesklimaschutzgesetz wurde dabei auch von zahlreichen Prominenten wie dem Kabarettisten Volker Pispers oder dem
Musiker Jan Delay unterstützt.
Die Kampagne für ein Klimaschutzgesetz in NRW ist eine Initiative der Klima-Allianz, einem bundesweiten Bündnis aus
über 100 Organisationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Die Kampagne wird u.a. unterstützt von:
Evangelische Kirche von Westfalen, BUND Landesverband NRW, Lippische Landeskirche, Eine Welt Netz NRW, NABU
Landesverband NRW, Oxfam Deutschland, Brot für die Welt, LAG 21 NRW, Deutsche Umwelthilfe, Misereor, Greenpeace,
Campact, Diözesanrat Aachen, Germanwatch, Evangelischer Entwicklungsdienst, EXILE Kulturkoordination Essen, Bioland,
Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, attac AG Energie/Klima/Umwelt, Women in Europe for a Common Future,
Informationszentrum 3.Welt Minden, Südwind Siegburg, BürgerBegehren Klimaschutz, Vegetarierbund Deutschland,
Deutsche Umweltstiftung.
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Leiharbeit Verdi: "Dumpinglöhne" bei RWE
Kölner Stadt-Anzeiger, Online-Ausgabe
27.04.2010
In den Veredelungsbetrieben der RWE Power AG in Bergheim-Niederaußem, Frechen und Hürth werden immer mehr
Leiharbeiter beschäftigt. Und zwar zu Dumpinglöhnen, wie die Gewerkschaft Verdi bemängelt.
RHEIN-ERFT - Verdi-Sekretär Peter Lafos spricht von erschreckenden Zahlen. Bis zum Jahr 2014 sollen bis zu 400
Stammarbeitsplätze durch Leiharbeit ersetzt werden. Die Verluste, die die Leiharbeiter gegenüber dem Stammpersonal
haben, sollen zwischen 25 und 30 Prozent liegen. Als Verleihfirma dient offenbar die Firma RSB-Logistic. Nach
Informationen aus den Betrieben sollen dort in den vergangenen Jahren etwa 200 Mitarbeiter im Rahmen des
Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes (AÜG) eingestellt und an die Veredelungsbetriebe ausgeliehen worden sein.
"Das ist eine schöne Methode, um Geld zu sparen", sagt ein Gewerkschafter. Aufgefallen ist die Entwicklung bei der
Durchsicht der Beschäftigtenlisten zu den Betriebsratswahlen. Und das nicht nur in den Brikettfabriken, sondern auch
in den Kraftwerken. Harald Könen, Betriebsratschef im Kraftwerk Niederaußem, will einer solchen Entwicklung in den
Kraftwerken entgegenwirken. "Schon nächste Woche werden wir den Arbeitskreis Leiharbeit wieder ins Leben rufen", sagt
er. "Wir müssen fragen, warum AÜG-Leute über mehrere Jahre beschäftigt werden, statt sie einzustellen.
RWE Power wies die Vorwürfe des Lohndumpings gestern zurück. Es sei notwendig, die "Kostenstrukturen dem hart
umkämpften und sehr volatilen Markt anzupassen", heißt es. Dazu habe das Unternehmen mit dem Betriebsrat der
Veredelungsbetriebe bereits 2008 eine Vereinbarung geschlossen. Und auf dieser Grundlage bewege sich das Unternehmen.
Das bestätigte Betriebsratschef Peter Hörren. Es gebe Unterschiede im Tarifgefüge, aber kein Lohndumping.
Der Betriebsrat habe der Vereinbarung 2008 "schweren Herzens zugestimmt", denn die Veredelung habe damal kurz vor der
Zerschlagung gestanden. Verdi versuche zudem seit Ende 2009 einen gemeinsamen Haustarif auszuhandeln, dazu sei es aber
bisher nicht gekommen.
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Oettinger glaubt nicht an CO2-freie Kohlekraft in Deutschland
REUTERS-Deutschland Presseargentur, Internetportal
26.04.2010
BERLIN (Reuters) - Trotz millionenschwerer EU-Zusagen für Pilotkraftwerke glaubt EU-Energiekommissar Günther
Oettinger nicht an CO2-freie Kohlekraftwerke in Deutschland.
"Ich vermute, dass bei uns die Chance eher gering ist", sagte Oettinger am Montag in Berlin. Es scheine ihm ein kaum
durchsetzbarer "Länderfinanzausgleich", wenn Kohlkraftwerke aus dem Ruhrgebiet per Pipeline ihr Kohlendioxid (CO2) in
Schleswig-Holstein einlagerten. Die Technik zur CO2-Abscheidung (CCS) werde aber in anderen Staaten wie China in jedem
Fall eingesetzt werden.
Die EU-Kommission fördert mit Milliarden-Beträgen Pilotanlagen in mehreren Ländern Europas, um die CCS-Technik zu
erproben. In Deutschland soll das Vattenfall-Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg mit 180 Millionen Euro unterstützt
werden. Vattenfall setzt auf CCS, da die Braunkohlekraftwerke besonders viel Treibhausgas CO2 produzieren. Dafür
müssen ab 2013 sämtliche Verschmutzungsrechte an der Börse gekauft werden, die die Produktion unwirtschaftlicher
machen.
Widerstand gegen CCS vor allem in Schleswig-Holstein
In Deutschland fehlt allerdings noch die gesetzliche Grundlage, um CO2 in großem Stil abscheiden und dann in früheren
Erdgasspeichern lagern zu können. In der vergangenen Wahlperiode scheiterte ein entsprechendes Gesetz in letzter
Minute, weil kurz vor der Bundestagswahl die Parteien vor allem in Norddeutschland Widerstand gegen die Einlagerung
fürchteten. Mögliche Speicher befinden sich hauptsächlich in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Im Koalitionsvertrag
von Schleswig-Holstein ist das Nein zu CCS sogar verankert. Im Vertrag von Schwarz-Gelb auf Bundesebene wird die
CCS-Technik dagegen als Option genannt, Umwelt- und Wirtschaftsministerium haben aber bislang noch keinen neuen
Entwurf vorgelegt.
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Die Zeit macht CCS irrelevant
Befürworter zahlen aus Angst vor Strukturwandel weiter
TELEPOLIS-Heise Online, News Energie & Klima
20.04.2010
In Beeskow/Brandenburg fand ein Kongress zur Zukunft der Kohleverstromung und der aktuellen CCS-Projekte statt.
Die Region ist sowohl durch die Nähe zu den Tagebauen und Kraftwerken, als auch als möglicher Standort für die
CO2-Einlagerung im Untergrund betroffen. Mit CCS (CO2-Abscheidung und -Speicherung bei der Stromproduktion in
Kohlekraftwerken) sollen die Abgase CO2-frei werden. Kohlekraftwerke, so die Hoffnung von Betreibern und Politik,
könnten mit CCS konform mit den Klimazielen und Emissionsvorgaben werden, ohne strukturelle Entscheidungen treffen
zu müssen.
Daniel Vallentin vom Wuppertal Institut zog auf dem Kongress das Resumee, dass die bisherigen Verzögerungen bei der
Entwicklung dazu führen, dass CCS erst frühestens 2025-2030 zur großmaßstäblichen Erprobung bereit steht. Das
Verfahren habe bis dahin jedoch schon seine Relevanz vollends verloren, weil es preislich nicht mehr mit dem
zukünftigen Energieangebot werde konkurrieren können. Denn schon einige Jahre vorher werde Offshore-Strom billiger
produziert als Kohlestrom + CCS. Strom aus einem regenerativen Energieträgermix werde spätestens bis 2030 billiger
sein als Kohlestrom + CCS.
Die CCS-Entwicklung ist bisher nicht wirklich vorangekommen. Je nach Verfahren werden nur Bruchteile des
Abgasvolumenstroms erfasst. Außerdem braucht das Verfahren zusätzlich Energie und würde die Kohlekraftwerke noch
ineffizienter machen. Würde das gesamte Abgas erfasst, müssten 20 bis 44 Prozent mehr Energie aufgebracht werden.
Die fußballfeldgroßen Abscheideanlagen würden laut Rolf Kreibich vom Berliner Institut für Zukunftsstudien und
Technologiebewertung (IZT) die Anlagenkosten in die Höhe treiben. Ein 1000-Megawatt-Kohlekraftwerk würde um 1,2
Milliarden Euro teurer.
Die Proteste letzten Herbst in Nordfriesland zeigen zudem, dass die Technik auch an den geplanten CO2-Deponien auf
Widerstand und Ablehnung stößt. Dort sollte per Pipeline aus dem Ruhrgebiet angeliefertes CO2 zur Zwischenlagerung
zukünftig in die unterirdischen Salzwasser führenden Schichten eingepresst werden.
Der Energiekonzern Vattenfall, der in Ostdeutschland noch viel Braunkohle für die Stromerzeugung verbrennt, hält noch
an den CCS-Versuchen fest. In Spremberg betreibt er eine CCS-Pilotanlage und will in Jänschwalde ein
CCS-Versuchskraftwerk errichten. Für die Speicherung des Gases ist unter anderem ein Gebiet bei Beeskow im Gespräch.
Gestützt wird Vattenfall vor allem von der Politik. Denn bisher sprechen sich nur die Bündnisgrünen gegen CCS aus.
Die brandenburgische SPD, die Linke und die oppositionelle CDU sind dagegen pro CCS-Technologie und möchten sie auch
in der CO2-intensiven Stahl- und Zementproduktion einsetzen.
Gleichzeitig gab die EU-Kommission bekannt, dass sie weitere 30.000.000 Euro an das Stahlwerk im brandenburgischen
Eisenhüttenstadt gibt. Erforscht werden sollen Möglichkeiten der CO2-Reduktionen bei der Stahlproduktion. Die
gewonnene Effizienz würde durch zusätzlichen Energieaufwand für CCS wieder zunichte gemacht.
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Betriebsrat hofft auf ein neues Kraftwerk in Frimmersdorf
Neuß-Grevenbroicher Zeitung, NGZ-Online
11.04.2010
GREVENBROICH - Frimmersdorf wird Kraftwerks-Standort bleiben. Davon ist Betriebsrats- vorsitzender Udo Dohmen
überzeugt. Vor der Pensionärsvereinigung unterstrich er jetzt, dass das Werk auch über das Jahr 2016 hinaus eine
Zukunft haben wird. Vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.
"Bis Ende 2012 werden planmäßig alle 150-Megawatt-Altanlagen in Frimmersdorf abgebaut", betonte Dohmen. Bis dahin
werde das Werk personalwirtschaftlich und infrastrukturell so ausgerichtet, dass der Alleinbetrieb der beiden übrig
bleibenden 300-MW-Blöcke "Paula" und "Quelle" gewährleistet werden kann. "Ein Großteil unserer Mannschaft wird in das
neue BoA-Kraftwerk in Neurath wechseln", unterstrich der Betriebsratsvorsitzende. Er geht davon aus, dass die beiden
300-MW-Blöcke künftig mit einem rund 200 Mitarbeiter starken Team betrieben werden können. Zurzeit sind in Frimmersdorf
noch etwa 540 Kraftwerker tätig.
Nach dem Abschalten von "Paula" und "Quelle" - voraussichtlich nach 2016 - müsse es am Standort aber weitergehen,
meinte Dohmen. Er hofft darauf, dass sich RWE dort zum Bau eines Trockenbraunkohle-Kraftwerks der neuesten Generation
entschließen wird. "Dafür werden wir kämpfen", so Dohmen. Die Politik müsse aber mitziehen und die Rahmenbedingungen
für eine solche Investition schaffen.
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Böschungsrutsch in Inden: Scharfe Rüge für RWE
Aachener Zeitung, AZ-WEB.DE
27.03.2010
INDEN - Landtagsabgeordnete haben RWE Power für seine Informationsblockade beim Böschungsrutsch im Tagebau Inden
scharf gerügt. Der Unterausschuss für Bergbausicherheit des Landtags ließ sich von dem Unternehmen in einer
Sondersitzung über den Zwischenfall informieren. Fraktionsübergreifend forderte der Ausschuss mehr Transparenz von
dem Bergbaubetreiber. "Man hat eingesehen bei RWE, dass man einen Riesenfehler gemacht hat", sagte der
Ausschuss-Vorsitzende Josef Hovenjürgen (CDU) am Freitag.
Vor rund zwei Wochen waren bei einem Böschungsrutsch im Tagebau Inden bei Jülich große Mengen Erdreich abgebrochen.
Obwohl sich das Ereignis über Tage anbahnte, habe RWE die Öffentlichkeit nicht von sich aus darüber informiert.
Erst als Tage danach Medienberichte erschienen, habe auch das Unternehmen informiert. "So kann man es nicht machen.
Wir erwarten Transparenz", sagte Hovenjürgen. Nur mit Transparenz könne man Vertrauen bei den Bürgern schaffen.
Insgesamt waren bis zu 400.000 Kubikmeter Erde an der Arbeitsböschung abgerutscht. Niemand kam zu Schaden. Der
Betreiber hatte damit gerechnet, nachdem sich erste Risse gebildet hatten, und Arbeitsgeräte beiseitegeschafft.
Grundsätzlich habe kein Gefahrenpotenzial bestanden, sagte Hovenjürgen.
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RWE Vorruheständler: Weniger Rente als gedacht
Kölner Stadt-Anzeiger, Online-Ausgabe
25.03.2010
Frühere RWE-Mitarbeiter hatten bei Renteneintritt das Nachsehen. Solange sie Vorruheständler waren, war alles in
Ordnung, bei Eintritt ins Rentenalter fehlte aber plötzlich Geld auf dem Konto, mit dem sie eigentlich gerechnet
hatten.
RHEIN-ERFT-KREIS - Zuerst gingen sie mit 55 Jahren in den Ruhestand, dann schon mit 51. Dass sie beim Eintritt in die
Rente mit 60 Jahren einen Abschlag hinnehmen mussten, war den Frühpensionären klar. Und dass die zusätzliche
Betriebsrente aufgrund der Ruhegeldrichtlinien geringer ausfallen würde als bei den Kollegen, die mit 65 Jahren in den
Ruhestand gehen. Doch dann stellte eine Reihe von ehemaligen RWE-Mitarbeitern fest, dass nach dem offiziellen
Renteneintritt weniger Geld auf dem Konto ankam als gedacht. Besonders die Betriebsrente fiel geringer aus als
erwartet. Und weil Proteste nichts halfen, zogen einige Vorruheständler vor Gericht.
Zunächst scheiterte ein ehemaliger Rheinbraun-Mitarbeiter im Jahr 2000 vor dem Kölner Arbeitsgericht. Das
Landesarbeitsgericht Köln gab ihm und anderen ehemaligen RWE-Mitarbeitern dann in zweiter Instanz aber Recht.
"Die Kollegen sind sauer", heißt es hinter vorgehaltener Hand. Für einige Mitarbeiter geht es dabei um viel Geld
- zwischen 100 und 200 Euro monatlich, wird geschätzt.
Hauptvorwurf der Rentner aus Kraftwerken und Tagebauen: RWE gehe davon aus, dass die Ruheständler das 65. Lebensjahr
erreicht haben und eine entsprechende gesetzliche Rente bekommen. Von dieser aber hängt die betriebliche Rente ab.
Ist die gesetzliche Rente hoch, fällt die betriebliche kleiner aus.
Ein Beispiel: Ein mit 55 Jahren ausgeschiedener Rheinbraun-Mitarbeiter geht mit 60 Jahren in Rente und erhält
monatlich 1218,56 Euro. Wäre er erst mit 65 Jahren in Rente gegangen, hätte er 18 Prozent mehr auf dem Konto,
nämlich 1486,44 Euro erhalten. Nach den Ruhegeldrichtlinien von RWE werden 50 Prozent der gesetzlichen Rente auf die
Betriebsrente angerechnet.
Anders ausgedrückt: Die Betriebsrente wird um die Hälfte der tatsächlichen Altersrente gesenkt. Im genannten Beispiel
müsse der Rentner von seiner (individuell sehr verschiedenen) Betriebsrente einen Abschlag von 609,44 Euro hinnehmen,
wenn die tatsächliche Rente von 1218,66 Euro zugrundegelegt wird. Nimmt RWE aber die Rente, die mit 65 gezahlt worden
wäre, als Basis, muss der Rentner einen Abschlag von 743,22 Euro hinnehmen. Ihm fehlen damit monatlich mehr als
130 Euro.
Mehrfach ist das Landesarbeitsgericht in Köln den Klägern in zweiter Instanz gefolgt. Die 5. Kammer entschied am 23.
Juni 2008 unter dem Aktenzeichen 5 Sa 438/08: "Sehen die Ruhegeldrichtlinien vor, dass das betriebliche Ruhegeld um
die hälftige, dem Arbeitnehmer zustehende Sozialversicherungsrente vermindert werden soll, so ist bei einem
Arbeitnehmer, der vor Erreichen der Regelaltersgrenze in den Ruhestand tritt, die Hälfte der tatsächlich gezahlten
Rente, nicht hingegen die Hälfte der fiktiven Rente, die der Arbeitnehmer bei Erreichen der Regelaltersgrenze erzielt
hätte, von dem betrieblichen Ruhegeld abzuziehen."
"Keine Auskunft"
Der Frechener Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Jürgen Höser bestätigte zwar, dass er einige ehemalige Arbeitnehmer
vertritt, will aber zu den laufenden Verfahren keine weitere Auskunft geben, denn: Die Urteile des Landesarbeitsgerichts
sind noch nicht rechtskräftig. RWE hat Revision beim Bundesarbeitsgericht eingelegt. Die Entscheidungen stehen noch aus.
Sollten die Ruheständler auch dort bestätigt werden, kämen erhebliche Nachzahlungen auf das Unternehmen zu. Wie viel,
ist unklar. Denn Nachfragen beim eigens eingerichteten RWE-Pensionsfonds blieben ergebnislos. "Wir geben in diesem
laufenden Verfahren keine Auskunft", hieß es.
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Erdrutsch im Tagebau: Keine Gefahr für Schophoven?
Aachener Zeitung, AZ-WEB.DE
25.03.2010
DÜSSELDORF / INDEN - Der gewaltige Erdrutsch im Tagebau Inden hat sich über fünf Stunden hingezogen: Am 12. März
rutschte von 7 bis 12 Uhr die Erde weg. Rissbildungen an der Oberfläche und im Vorfeld waren schon zwei Tage zuvor
beobachtet worden.
Die Abrutschung setzte auf einer Breite von 200 Metern ein, nachdem die Arbeitsböschung von einem Schaufelradbagger
angeschnitten worden war. Zwischen zwei bekannten geologischen Störungen ging die oberste Sohle mit einer Höhe von
30 Metern ab.
Das ist so im Bericht der Landesregierung zu lesen, der unserer Zeitung vorliegt und am Donnerstag im Unterausschuss
Bergbausicherheit in Düsseldorf zur Debatte steht. Bereits am Mittwochabend ließ sich der Indener Gemeinderat vom
Bergbautreibenden und der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg informieren.
Tagebaudirektor Arthur Oster beharrte auf seinem Standpunkt: Die Lage sei jederzeit unter Kontrolle und eine Gefährdung
von Menschen ausgeschlossen gewesen. "Schophoven war und ist nicht gefährdet. Das kann ich aus voller Überzeugung
sagen", meinte er am Mittwochabend wörtlich. Allerdings könnten sich Rutschungen dieser Art auf jeder weiteren Sohle
im Bereich der Störzonen wiederholen.
Osters Einschätzung teilt NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben in ihrem Bericht: "Die Maßnahmen zur regelmäßigen
Überwachung haben sich als geeignet erwiesen, das Risiko einer Böschungsrutschung rechtzeitig zu erkennen." Eine
Gefährdung der Bevölkerung war "schon aufgrund der großen Entfernung der Wohnbebauung zu keiner Zeit gegeben". Thoben
sieht wie RWE Power keinen Vergleich zur Tragödie in Nachterstedt (Sachsen-Anhalt) im Juli 2009: "Bei der Rutschung im
Tagebau Inden handelt es sich um einen völlig anderen Bruchmechanismus."
Obwohl laut Bericht der Wirtschaftsministerin "zu keiner Zeit eine Gefahr" für Menschen und Sachgüter bestanden habe,
würden die Bergbehörde und der Geologische Dienst die Untersuchung fortsetzen.
Sehr unterschiedlich werteten dagegen die Vertreter der Fraktionen im Unterausschuss für Bergbausicherheit den Indener
Vorfall. Sie wurden von unserer Zeitung vorab befragt. Während der FDP-Umweltexperte Holger Ellerbrock vor Panikmache
warnt und es für nicht ungewöhnlich hält, wenn beim Abbaggern von Braunkohle "Erdmaterial nachrutscht", spricht Norbert
Römer (SPD) von einem "ernstzunehmenden Vorkommnis". "Es geht auch um die Sicherheit der Beschäftigten", sagte Römer
und fordert Aufklärung.
In diese Kerbe schlägt auch der Ausschussvorsitzende Josef Hovenjürgen (CDU), der zudem vom Konzern eine "offene,
schnelle und umfassende Information" verlangt. Nur auf dieser Basis sei Vertrauen der Bürger zu gewinnen.
Nach Auffassung von Reiner Priggen (Grüne) belege der Indener Kantenbruch, dass auch im rheinischen Braunkohlenrevier
"ein Katastrophen-Risiko durch bewegliche Erdmassen" bestehe. Er fordert eine Vergrößerung des Abstandes zur Abbaukante
auf mindestens 1000 Meter.
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Erdrutsch wirft Fragen auf
Kölnische Rundschau, Online-Ausgabe
23.03.2010
RHEIN-ERFT-KREIS - Ein Zwischenfall im Tagebau Inden, bei dem vor eineinhalb Wochen rund 450 000 Kubikmeter Erdreich
bei einem Böschungsabbruch ins Rutschen gekommen waren - verletzt wurde niemand -, löst auch im Rhein-Erft-Kreis
neuerliche Diskussionen um die Sicherheit der Tagebaukante vor Elsdorf und Kerpen aus.
In Erinnerung an das verheerende Unglück im Tagebau nahe dem sachsen-anhaltinischen Nachterstedt, bei dem drei
Menschen zu Tode kamen und Teile eine Wohnsiedlung bei einem Abbruch der Grubenkante in die Tiefe stürzten, fordert
der BUND die Überprüfung aller Braunkohlenpläne im rheinischen Revier.
Forderung nach mehr Abstand
Landesverbandsgeschäftsführer Dirk Jansen hält die "gebetsmühlenartig wiederholten Entwarnungen von RWE und
Landesregierung" für "unverantwortlich", zudem müssten die Sicherheitszonen um die Tagebaue, zwischen 145 Meter
in Niederzier und 250 Meter in Kerpen-Buir, wegen der Tiefe der Auskohlung "wesentlich größer dimensioniert" werden.
Die Kerpener Fraktion Die Linke beantragte bei Bürgermeisterin Marlies Sieburg ein unabhängiges geologisches Gutachten.
Nicht zuletzt durch die Klimaveränderung müsse eine Neubewertung des Gefahrenpotenzials durch den Braunkohlentagebau
für die Bewohner Buirs sowie die Benutzer der Autobahn 4 und der Hambachbahn erfolgen.
Die Kreis-SPD fordert einen aktuellen Bericht der Verwaltung für die nächste Sitzung des Kreis-Umweltausschusses an.
Wie Kreisparteichef Guido van den Berg ausführt, habe sich die RWE-Aussage, dass solche Unglücke wie in Nachterstedt
nicht auf das rheinische Revier übertragbar seien, "durch den aktuellen großen Erdrutsch in Inden relativiert".
Auch Kreis-CDU-Chef Willi Zylajew hält es für wichtig, die Situation im Auge zu behalten. Der Kreis stehe in ständigem
Kontakt zu Bergamt und Unternehmen. "Wir müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen und darauf achten, dass vernünftig
geprüft wird", lautet sein Standpunkt.
Manfred Lang, Sprecher von RWE Power, betonte auf Anfrage, dass in Inden "zu keiner Zeit eine Gefährdung von Menschen
und Geräten" bestanden habe. Bei der eingestürzten Böschung habe es sich um eine "steilere Arbeitsböschung" im Innern
des Tagebaus gehandelt.
"Die Endböschungen am Rand sind viel flacher, werden von geologischen Diensten geplant und werden zudem intensiv
überwacht", versichert Lang, dass von den rheinischen Tagebauen keine Gefahr ausgehe.
In der Gemeinde Elsdorf beobachtet man die Situation aufmerksam. "Zur Panik besteht jedoch überhaupt kein Anlass"
beruhigt Beigeordneter Joannes Mies, der auch in der Bevölkerung bislang keine Unruhe ausgemacht haben will.
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Krischer fordert Betriebsstopp am Tagebau Inden
Aachener Zeitung, AZ-WEB.DE
18.03.2010
INDEN/MERKEN - Die Hangrutschung in der Nähe von Inden-Schophoven im Kreis Düren beschäftigt derzeit die Menschen in
Merken. Der Grund: Dieser Dürener Ortsteil wird eines Tages ebenfalls in Nähe der Tagebau-Kante liegen.
Wie erst am Mittwoch bekannt wurde, sind am Samstag bei Schophofen rund 450.000 Tonnen Erdreich abgebrochen.
Zum Vergleich: In Nachterstadt in der Lausitz sollen es zwei Millionen Tonnen Erdreich gewesen sein, die damals
wegbrachen.
Noch am Montag hatte RWE Power in Niederzier ein Bergschadensforum veranstaltet. Aber auch da sei von dem Vorfall
nicht die Rede gewesen. Josef Bellartz, Sprecher der IG-Merken, meinte: "Die Geheimniskrämerei macht uns natürlich
misstrauisch." Und: "Nach dem Unglück in Nachterstedt habe RWE zugesagt, ein Meßpunkte-Netz zu errichten, mit dem sich
Hangrutschungen vorherbestimmen ließen."
Ob dieses Meßpunkte-Netz nun eigentlich funktioniert habe, würden die Mitglieder der IG-Merken gern wissen. Sie legen
Wert darauf, dass in dieser Angelegenheit niemand Panik verbreiten möchte.
Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer forderte unterdessen: "Bis die Ursachen und Begleitumstände der
Rutschung geklärt sind, muss der Betrieb im Tagebau Inden eingestellt werden."
Krischer berief sich auf eine von der Landesregierung veröffentlichte Aufstellung aller Hangrutschungen der letzten
30 Jahre und sagte, die Rutschung vom vergangenen Samstag sei "die schwerste im rheinischen Braunkohletagebau seit
23 Jahren".
Krischer warnte vor einer Verharmlosung des Unglücks gegenüber der Öffentlichkeit. Es zeuge nicht von Transparenz und
Offenheit, wenn das Unglück am vergangenen Samstag passierte und die Öffentlichkeit erst am Mittwoch und dann auch
noch nur durch einen Zufall davon erfahre.
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Tagebau: Schwerste Hangrutschung seit 25 Jahren
Aachener Zeitung, AZ-WEB.DE
18.03.2010
MERKEN - Der Böschungs-Erdrutsch im Tagebau Inden in Höhe von Schophoven ist für Josef Bellartz, Vorsitzender der
IG Merken, nicht dazu geeignet, Panikmache zu betreiben. Natürlich stelle man sich in Merken, wo das steilste Ufer
des künftigen Tagebaurestsees entstehen wird, nach dem Vorfall vom Wochenende erneut die Frage nach der eigenen
Sicherheit.
Er gehe aber davon aus, dass die Situation im Tagebau, wo 450.000 Kubikmeter Erdreich abrutschten, sich von der
künftigen in Merken deutlich unterscheidet.
Mit Sorge betrachte man in Merken allerdings die Informationspolitik des Tagebaubetreibers. Er habe nicht den Eindruck,
dass RWE Power großes Interesse daran hat, die Bevölkerung über mögliche Sicherheitsrisiken umfassend zu informieren,
sagt Bellartz.
Dies habe sich nun erneut bestätigt, denn der Tagebaubetreiber hätte aus seiner Sicht von sich aus über den Erdrutsch
und die Ursachen Auskunft geben müssen. Der Vorfall wurde allerdings erst auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.
"So bleibt das ungute Gefühl, dass RWE etwas zu verbergen hat", sagt Bellartz. Und sollte sich die Information
bestätigen, dass am Tag vor dem Erdrutsch noch Archäologen an der Abbruchkante gearbeitet haben, sei das ein Zeichen
dafür, dass der Vorfall doch unerwarteter kam, als man jetzt zuzugeben bereit ist. Dies habe den Merkenern wieder
gezeigt, was man von Sicherheitsversprechen des Tagebaubetreibers halten kann.
Unterdessen hat der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer Konsequenzen aus der "schwersten Hangrutschung in
einem rheinischen Braunkohletagebau seit 25 Jahren" gefordert.
"Bis die Ursachen und Begleitumstände geklärt sind, muss der Betrieb im Tagebau Inden gestoppt werden", sagte Krischer.
Die Verharmlosung des Vorfalls durch den Leiter des Tagebau sei inakzeptabel. Das Unglück zeige, dass im Hinblick auf
die Standsicherheit von Tagebauböschungen sehr wohl Handlungsbedarf bestehe.
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Großer Erdrutsch im Tagebau Inden
Arbeiter waren gewarnt - Keine Verletzten
WDR Panorama, WDR.de
18.03.2010
Im Braunkohlegebiet Inden bei Jülich ist eine riesige Böschung abgerutscht. Verletzt wurde wegen rechtzeitiger
Warnung niemand. Solche Ereignisse waren seit der Tagebau-Katastrophe von Nachterstedt 2009 auch in NRW befürchtet
worden.
Ein Sprecher der Bergbauaufsicht bestätigte WDR.de am Donnerstag (18.03.10), dass es bereits am Samstag (13.03.10)
einen Rutsch gegeben habe. Menschen und Geräte seien vorher in Sicherheit gebracht worden. Sensoren im Erdreich hatten
zwei Tage zuvor angezeigt, dass "möglicherweise Erdreich in Bewegung kommen kann". Der Bergbaubetreiber, RWE Power,
habe rechtzeitig reagiert. Auf einer Länge von hundert Metern seien schätzungsweise 450.000 Kubikmeter Erdreich
abgesackt. Zum Vergleich: Ein Schaufelradbagger kann pro Tag 110.000 Kubikmeter bewegen, wie es auf der Internetseite
von RWE heißt.
Ein Sprecher von RWE Power sagte der Presse, an der Abbruchstelle hätten zuvor Archäologen gearbeitet. Seit Herbst
vergangenen Jahres sei der Abschnitt aufgrund seiner geologischen Formation besonders überwacht worden, sodass der
drohende Erdrutsch zeitig vorhergesehen werden konnte.
Bürgermeister: Klassischer Betriebsunfall
Der Bürgermeister der Stadt Inden, Ulrich Schuster, zeigte sich nicht beunruhigt. Nach seinem Wissen habe keine
konkrete Gefahr bestanden. Auch nach dem Abrutsch gebe es keine Gefahr für die Arbeiter und für die Ortschaft Inden.
Der Ort liege ein bis zwei Kilometer von der Abbruchstelle entfernt. Zudem sei der Rutsch an einer Böschung im
Innenbereich des Tagebaus passiert. "Ich wehre mich gegen den automatischen Vergleich mit Nachterstedt", sagte Schuster
im Gespräch mit WDR.de. Seiner Ansicht nach handelt es sich um einen "klassischen Betriebsunfall". In Nachterstedt in
Sachsen-Anhalt waren im vergangenen Jahr zwei Häuser in die Tiefe gerissen worden. Drei Menschen starben.
Ursache noch unklar
Die Bergbauaufsicht versicherte ebenfalls, dass keine weiteren Gefahren mehr von der Abbruchstelle ausgingen. Jetzt
werde geprüft, wie der Bereich in Zukunft gesichert werden könne, sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg,
die für die Bergbauaufsicht zuständig ist. Zudem wird Ursachenforschung betrieben. Das NRW-Wirtschaftsministerium
konnte am Donnerstagmorgen noch nichts zur Klärung beitragen. Wie ein Sprecher sagte, wurden die Bergbauaufsicht und
der Geologische Dienst eingeschaltet, die den Erdrutsch "lückenlos" aufklären sollen.
Öffentlichkeit informiert?
Der Erdrutsch von Samstag war erst Tage später öffentlich bekannt geworden. Warum, müsse jetzt im Nachgang recherchiert
werden, hieß es bei der Bergbauaufsicht. Laut Bürgermeister Schuster, der Mitte dieser Woche aus einem Urlaub zurückkam,
sei die Stadt Inden jedoch frühzeitig in Kenntnis gesetzt worden. Das Unternehmen RWE Power erklärte am Donnerstagmittag,
die Bergbehörde sei umgehend informiert worden.
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Nächtlicher Kantenbruch im Tagebau
Aachener Zeitung, Online-Ausgabe, AZ-WEB.DE
17.03.2010
INDEN - Bereits am Wochenende hat es am Rande des Tagebaus Inden einen Böschungs-Erdrutsch gegeben. Wie jetzt bekannt
wurde, sackten in der Nacht zum Samstag 450.000 Kubikmeter Erdreich an der westlichen Abbaukante in Höhe von
Inden-Schophoven ab.
Auf einer Breite von gut 100 Metern brach die Kante. Das geschah in einem Bereich, in dem nach Informationen unserer
Zeitung noch am Tag zuvor Archäologen gearbeitet hatten. Menschen oder Gebäude blieben unbeschadet.
Der Direktor des Tagebaus Inden, Arthur Oster, bestätigte den Vorfall und sprach von einer "üblichen Betriebssituation".
Das Geschehen sei zwar "nicht gewollt, aber prognostizierbar gewesen". Vergleiche zum Erdrutsch in der Lausitz
(Nachterstedt) wies Oster entschieden zurück. Das dortige "Setzungsfließen hängt mit feinkörnigen Sanden und Wasser
zusammen. Und beides haben wir hier bei uns nicht".
Der Erdrutsch im Tagebau Inden hingegen sei von "mehreren geologischen Sprüngen" verursacht worden, die an einer Stelle
zusammenlaufen. Sie waren dem Tagebaubetreiber bekannt. Deshalb seien die schweren Geräte von RWE Power laut Oster
"vorsichtig durchgefahren". Dennoch brach ein Teil ab. Die Erdmassen liegen nun "stabil unten" und würden im laufenden
Betrieb der nächsten Wochen "mitgenommen". Die gebrochene "Arbeitsböschung" sei zudem mit den späteren "Endböschungen"
nicht vergleichbar, die flacher und damit stabiler angelegt würden, sagte der Tagebauchef.
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Neue Waggons für die Kohle
Kölner Stadt-Anzeiger, Online-Ausgabe
21.01.2010
Ohne die Kohlebahn läuft nichts im Revier. Sie fährt rund um die Uhr. Wenn die beiden BoA-Blöcke in Neurath 2011
den Betrieb aufnehmen, dann wird der Hunger nach Kohle weiter wachsen, daher müssen dann mehr Züge eingesetzt werden.
RHEIN-ERFT-KREIS - Derzeit müssen über Bahn und Bandanlagen rund 240 000 Tonnen täglich in die Kraftwerke gebracht
werden. 2011 könnten es 40 000 Tonnen mehr sein. Mit der Verlegung der Hambachbahn wird aber die Strecke vom dortigen
Tagebau zum Kraftwerk länger. Um den wachsenden Bedarf an Kohle zu decken, müssen daher mehr Züge eingesetzt werden.
Und dafür braucht das Unternehmen RWE Power mehr Waggons.
2008 vergab RWE daher den Auftrag zum Bau von 37 neuen Kohlewagen. Den Zuschlag bekam das unternehmenseigene
Technikzentrum Tagebau / Hauptwerkstatt in Grefrath - nach Ausschreibung und Angebot gegen drei Konkurrenten. Zum
ersten Mal sind damit in der Werkstatt (HW) komplette Waggons entstanden. Das erste Dutzend ist bereits im Einsatz.
Der Rest durchläuft Fertigung ud lackierung bis Mitte des Jahres, sagt der Leiter der Bahn-Instandsetzung,
Peter Kohmann.
Der Eigenbau spare pro Waggon 25 000 Euro Anschaffungskosten, hat man bei RWE errechnet. Der Stückpreis liegt damit
immer noch bei um die 290 000 Euro, das Gesamtvolumen des Auftrags bei etwa elf Millionen Euro. "RWE wird damit zum
Hersteller", sagt Projektleiter Reiner Ripp. Dass viele Teile wie in der Autoindustrie zugekauft werden, ändert daran
nichts. Denn der Entwurf und die Planung stammen aus Grefrath. Und es bleibt noch viel Handarbeit.
Die Radsätze - das sind Achse und Räder komplett -, die Drehgestelle sowie den eigentlichen Kasten lassen die
Grefrather sich von führenden Herstellern liefern. Der Stahlkasten kommt aus Gangelt, einem Ort an der niederländischen
Grenze. Die Radsätze liefert ein Unternehmen aus Bochum, die Drehgestelle kommen aus der bahneigenen Waggonbaufirma
Niesky in Sachsen.
Für die Ingenieure, Schweißer, Schlosser, Elektriker und Helfer bleibt noch genug zu tun. Bremsen, elektrische
Einrichtung, Kippvorrichtung und die dazugehörigen mechanischen Teile müssen montiert und funktionstüchtig gemacht
werden. Eine entscheidende Phase ist die "Hochzeit", der Abschnitt, in dem der Kasten auf die beiden Drehgestelle
montiert wird. Anschließend müssen Rohre für Druckluftleitungen und Kabel für elektrische Steuerungen und Licht
montiert werden. Danach steht die technische Prüfung ins Haus.
35 Tonnen schwer
Denn RWE Power gilt als Hersteller und ist damit für die Sicherheit der vier Meter breiten, vier Meter hohen und
35 Tonnen schweren Waggons verantwortlich. Schließlich bringen die stählernen Ungetüme voll beladen ein Gewicht
140 Tonnen auf die Schienen. Gut zwei Wochen dauert die Montage bis zur Lackierung. Dann geht es hinaus auf die
Gleise. "Normalerweise sind wir ein Instandsetzungsbetrieb. Auf den Neubau sind wir deshalb besonders stolz",
sagt Kohmann, "wir haben das Know-how". Klar, dass die Mitarbeiter in Grefrath für weitere Aufträge dieser Art
bereit stehen.
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