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"Regionalwirtschaft stärken - Zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen"
RWE-Power und auch unsere Politiker argumentieren immer wieder
mit dem scheinbaren Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen.
Bisher wurden im Kraftwerk Niederaußem je
100 MW elektrische Leistung 56 Mitarbeiter beschäftigt. Nach der Inbetriebnahme des
BoA-Blocks 1 werden für diese Leistung nur noch 20 Mitarbeiter benötigt. Das ist eine
Arbeitsplatzreduzierung
von über 60%, bereits beim heutigen Stand der Technik. Dieser Trend würde sich
durch eine Zentralisierung an nur 2 Standorten noch verstärken.
Trotz der BoA-Kraftwerke sichert die Braunkohle keine Arbeitsplätze. Im Gegenteil: RWE hat die
Zahl seiner Arbeitsplätze in Kraftwerken und Tagebauen in den letzten 10-15 Jahren stark
reduziert
"Vorruhestand mit vollendetem 51 Lebensjahr".
Zum Jahresende 2005 bietet die Braunkohle im Rheinischen Revier, einschließlich der Kraftwerke,
noch Arbeit für 11.105 Beschäftigte (Angabe Bundesverband Braunkohle, DEBRIV).
Dem gegenüber stehen in 2005 bereits über 15.000 Menschen die in NRW bei Herstellern regenerativer
Anlagen und Systeme arbeiten, bundesweit sind es über 170.000 Arbeitsplätze die in dieser jungen
Branche entstanden sind. Eine Branche die boomt, sie machte in 2005 einen Umsatz von 16 Milliarden Euro.
Über 5.000 kleine und mittelständische Unternehmen investierten fast 9 Milliarden Euro in neue
Produktionskapazitäten. Bis 2020 steigert sich den Prognosen zufolge der Kapitalaufwand auf
200 Milliarden Euro und sichert zwischen 400.000 und 500.000 Arbeitsplätze. Erneuerbare Energien sind
nicht nur ein starkes Konjunkturprogramm, sondern garantieren durch ihre dezentrale Nutzung
gleichfalls Bürgernähe und regionale Wertschöpfung.

Auch der Bau von effizienten Gaskraftwerken wie der des GuD-Kraftwerks in Hürth sichert
ebenso Arbeitsplätze im Anlagenbau, wie Energiespartechnologien neue Arbeitsplätze schaffen.
Entgegen der Verlautbarungen werden die Arbeitsplätze des großen Braunkohle-Monopolisten zudem
mit versteckten Milliarden
subventioniert. Ob Befreiung von Wasserentnahmeentgelt und
Förderzins, Infrastrukturmittel oder die kostenlose Zuteilung von Emissionsrechten für neue
Kraftwerke - Braunkohle wird erst durch diese Wettbewerbsverzerrung lukrativ.
 Baustelle BoA 2+3 in Neurath (Oktober 2007)
Allein durch die bevorzugte Ausstattung mit Emissionsrechten werden
z.B. die derzeit im Bau befindlichen BoA-Kraftwerksblöcke 2+3 in Neurath mit mindestens 3,2 Milliarden
Euro indirekt subventioniert. RWE bekommt für das neue Kraftwerk mehr als doppelt so viele kostenlose
Emissionsrechte zugeteilt als die Betreiber neuer, hocheffizienter Gaskraftwerke (GuD) mit
gleicher Leistung. Die Emissionsrechte für die Zeit von 2010 bis 2027 belaufen sich auf
mind. 5,18 Milliarden Euro (Ansatz: 16 Mio. t CO2/a, 18 Euro/t). Ein entsprechendes GuD-Kraftwerk - obwohl
wesentlich klimafreundlicher - erhält lediglich Emissionsrechte im Wert von 1,95 Mrd. Euro.
Sollten die neuen BoA-Kraftwerksblöcke irgendwann die Altkraftwerke tatsächlich ersetzen, wird RWE
dort erheblich weniger Menschen beschäftigen als in den still zu legenden Altan-lagen. Unter dem Strich baut
RWE weiter Arbeitsplätze ab. Erneuerbare Energien würden dagegen ein Vielfaches an langfristigen
Arbeitsplätzen schaffen.
Einschließlich des Tagebaus Garzweiler 2, verlieren für die Braunkohlegewinnung im Rheinischen Revier
weit über 40.000 Menschen ihrer Heimat. Die Liste der abgebaggerten Ortschaften ist lang.
Gutshöfe, Klöster, Kirchen, Burgen, Schlösser und andere denkmalgeschützte Gebäude werden Opfer der Bagger.
Braunkohle-Arbeitsplätze sind teuer erkauft.
"Durch den Bau weiterer Braunkohlekraftwerke gelangt Wirtschaftskraft in die Region"
Der Bau des Kraftwerksblocks BoA1 in Niederaussem hat weder dem Ort selbst, noch der Kommune Bergheim
einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht.
Ortsansässige Unternehmen wurden am Bau des Kraftwerks so gut wie gar nicht beteiligt.
Die als Generalunternehmer auftretenden deutschen Großunternehmen beauftragten lieber
Firmen mit "preiswerteren" Mitarbeitern aus Osteuropa. Deutsch war auf der Kraftwerksbaustelle eine Fremdsprache.
Die Bevölkerungsentwicklung im Bergheimer Stadtgebiet ist, laut eines 2005 vom Stadtrat der Stadt Bergheim
in Auftrag gegebenen Gutachtens, rückläufig.
Ergebnis des Gutachtens:
In Bergheim vollzieht sich ein demographischer Wandel. Es ziehen mehr Menschen
weg als neue kommen. Darüberhinaus hat Bergheim eine überduchschnittlich hohe Migrantenzahl.
Demographische Effekte lassen sich deutlich auf das jeweilige Angebot an qualitativ hochwertigen
Wohnbauflächen zurückführen, heißt es im Gutachten. Und die scheinen Bergheim zu fehlen.
Fazit:
Anziehungskraft und Attraktivität einer Region steigen nicht durch eine konzentrierte Ansammlung
von Großkraftwerken. Die Zeiten in denen qualmende Schlote automatisch für Wohlstand standen sind vorbei.
"Braunkohle wichtigster heimische Energielieferant"
Die Braunkohle ist der wichtigste heimische Energielieferant. Sie ist jederzeit verfügbar,
unabhängig von der Weltpolitik und ausländischen Konzernen - doch selten sind Umweltauswirkungen
so sichtbar wie bei der Braunkohleförderung und Verstromung.
Aspekte zur Braunkohleförderung lesen Sie hier:
"Leben mit der Braunkohle"
 RWE Braunkohlekraftwerk Frimmersdorf
"Die Braunkohle ist ein subventionsfreier Energieträger"
Ein vom RWE-Konzern immer wieder gern als Vorteil genannter
Aspekt für die Braunkohleverstromung ist, das diese vollkommen ohne
staatliche Subventionen auskommt. Diese Argumentation wird
allerdings wiederlegt, durch eine Studie des Wuppertaler Instituts
für Klima, Umwelt und Energie - sein Ergebnis:
"Die Braunkohle wird jährlich mit mindestens 960
Millionen Euro subventioniert."
Nähere Informationen finden Sie durch anklicken von:
"Presseinfo Braunkohle Subventionen"
und
"Studie Braunkohle Subventionen"
"Ohne neue Kohle-Großkraftwerke droht der Stromnotstand"
In Deutschland könnte flächendeckend der Strom ausfallen, wenn Bürger nicht ihren Widerstand gegen neue
Kraftwerke aufgäben, droht RWE-Chef Großmann. Experten widersprechen. Schon jetzt produziert Deutschland mehr
Strom als nötig, exportiert sogar.
Tabelle: Import und Export von Strom nach/von Deutschland im ersten Halbjahr 2007
(im Vergleich zum ersten Halbjahr 2006)
physikalischer Stromfluss in Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) |
| Deutschland von/nach |
Import 2006 |
Import 2007 |
Export 2006 |
Export 2007 |
| Österreich |
3,2 |
1,7 |
7,2 |
8,7 |
| Schweiz |
1,2 |
1,1 |
7,1 |
7,9 |
| Frankreich |
6,0 |
8,9 |
0,8 |
0,1 |
| Luxemburg |
0,4 |
0,4 |
2,6 |
2,6 |
| Niederlande |
0,0 |
0,1 |
13,3 |
8,8 |
| Dänemark |
3,7 |
3,8 |
1,5 |
0,6 |
| Tschechische Republik |
6,5 |
4,3 |
0,2 |
0,6 |
| Polen |
0,4 |
0,0 |
1,0 |
2,5 |
| Schweden |
0,9 |
1,1 |
0,8 |
0,5 |
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| Insgesamt |
22,3 |
21,4 |
34,5 |
32,3 |
| Quelle: Verband der Netzbetreiber - VDN - beim VDEW, Berlin |
In Deutschland wird weit mehr Strom produziert als verbraucht, auch beim Strom sind wir
Exportweltmeister.
Wenn dennoch irgendwo in Europa das Licht aus geht, dann wegen der veralteten und überlasteten Netze.
Denn in den Netzausbau wird nur das Nötigste investiert.
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